Filtration
Um ein kristallklares, blankes Bier zu erhalten, muss dieses nach der Reifung gefiltert werden. Im Bierfilter werden verbliebene Hefezellen und sonstige Trübstoffe zurückgehalten. Nicht jedes Bier muss gleich stark bzw. überhaupt gefiltert werden. Zwicklbiere sind zum Beispiel ungefiltert.
Gärung
Bei der Gärung wandelt die Hefe den Malzzucker der Würze innerhalb von fünf bis acht Tagen in Alkohol um. Früher fand die Gärung in kühlen und dunklen Gärkellern statt, heute erfolgt sie in der Regel in gekühlten Gärtanks, wobei der Lagerort nach wie vor als „Keller“ bezeichnet wird. Das so entstehende Jungbier wird erst durch Reifung zum trinkfertigen Bier.
Getreide
Das Getreide, das im vermälzten Zustand am häufigsten für das Bierbrauen verwendet wird, ist die zweizeilige Sommergerste. Es werden aber auch mit Weizen, Roggen und Dinkel Biere erzeugt. Die Privatbrauerei Zwettl verwendet für ihre Biere ausschließlich Braugerste. Ein Großteil wird von der Erzeugergemeinschaft Edelkorn im Waldviertel angebaut. Kultiviert werden die Sorten Roxana, Prestige und Scarlett – alle drei gedeihen im Waldviertler Klima außerordentlich kompakt und extraktreich.
Glaskultur
Was für den Weingenuss so essentiell ist, gilt auch für das Bier: Das Glas in der passenden Form hebt den Inhalt. Verschiedene Biertypen verlangen unterschiedliche Gläser, wenn sich Bukett und Aromastoffe optimal entwickeln sollen. Deshalb entwickelt die Privatbrauerei Zwettl in Zusammenarbeit mit hervorragenden Glasdesignern spezielle Gläser. Den leichtmoussierenden Bieren werden hohe, schlanke Gläser angemessen, den kraftvollen solche von wuchtiger Statur.
Hadmar
Die Bio Bier-Spezialität der Bierwerkstatt Weitra, welche seit 2003 zur Privatbrauerei Zwettl gehört. Die beiden “festen” Rohstoffe – Hopfen und Malz – stammen aus zertifiziertem biologischem Anbau. Zusammen mit dem weichen Urgesteinswasser des Böhmischen Massivs (Wasser) verleihen die Inhaltsstoffe dem Biobier ein röstmalziges Aroma und lassen es ausgesprochen mild erscheinen.
Hefe
Der vierte Bier-Rohstoff, den man neben Wasser, Hopfen und Malz gerne vergisst. Die Hefe ist für die alkoholische Gärung zuständig. Es werden obergärige und untergärige Hefestämme unterschieden. Obergärige Hefe schwimmt bei offener Gärung an der Oberfläche des Jungbieres, untergärige setzt sich während der Gärung am Boden ab. In Zwettl werden nur untergärige Hefen verwendet.
Hopfen
Die geschmacksgebende Seele des Bieres. Der Hopfen verleiht dem Bier aber nicht nur das typisch Herbe, er erhöht auch die Haltbarkeit und verhilft dem Schaum zur Standfestigkeit. Für die Privatbrauerei Zwettl bauen acht Landwirte auf 16,5 Hektar Hopfen an und versorgen damit die Brauerei zu 100 Prozent mit dem Rohstoff. Besondere Beachtung gebührt der “Zwettler Perle”. Dieser sehr aromatische Mittelgebirgshopfen wird rund um Zwettl kultiviert und war die erste Sorte, die, nachdem der Hopfenanbau in der Region nach dem Ersten Weltkrieg zum Erliegen gekommen war, Ende der 1980er-Jahre wieder ins Waldviertel fand. Initiiert wurde die Repatriierung von der Privatbrauerei Zwettl.
Jubilar
Für das große 300-jährige Bestandsjubiläum hat die Privatbrauerei Zwettl sich und allen Bierfreunden ein besonderes Geschenk gemacht: Das Jubilar, eine obergärige Bierspezialität, die den Geschmack der Biere vor 300 Jahren in aktueller Form interpretiert.