Bierlexikon


Kuenringer Festbock

Das stärkste Bier aus der Privatbrauerei Zwettl hat 16 Grad Stammwürze und 6,8 %-Vol. Alkohol. Der Festbock ist ganzjährig verfügbar, wird aber aus Tradition hauptsächlich zu Ostern und Weihnachten, also während und im Anschluss an Fastenzeiten getrunken. Seinen Ursprung hatte das Bockbier nämlich in den zur Fastenzeit eingebrauten Starkbieren der Klöster, das die Mönche durchaus bekömmlich über die mageren Zeiten bringen sollte.

Maischen

Der erste Schritt der Bierherstellung in der Brauerei. Gemaischt wird das aus der Mälzerei kommende Malz. Um aus diesem die für das Bier nötigen Stoffe zu lösen, wird es geschrotet und mit warmem Wasser behandelt. Je höher das Verhältnis von Malz zu Brauwasser ist, desto höher ist die Stammwürze. Nach dem Maischen folgt das Abläutern.

Malz

Um aus Getreide Bier herstellen zu können, muss es in Braumalz umgewandelt werden. Dafür werden die Körner durch Zugabe von warmen Wasser zur Keimung gebracht und anschließend getrocknet. Das geschieht in der Mälzerei. Die Malzmischung bestimmt ganz wesentlich den Charakter des Bieres.

Original

Die Zwettler Bierspezialität. Erstmals gebraut wurde es 1990 nach einer Originalrezeptur von Georg Schwarz aus dem Jahr 1890. Die Rohstoffe des Pilstyps mit 11,9 Grad Stammwürze und 5,1 %-Vol. Alkohol stammen alle aus dem Waldviertel.

Pils

Pils ist ein helles, untergäriges, eher hopfenbetontes Bier, dessen Siegeszug rund um die Welt in der tschechischen Stadt Pilsen seinen Ausgang nahm. Das Zwettler Pils – zartblumig, reich an Kohlensäure und mit prachtvollem Schaum ausgestattet – weist 11,5 Grad Stammwürze und 4,9 %-Vol. Alkohol auf und wird nur in der Gastronomie ausgeschenkt.

Radler

Ein der Legende nach um 1922 auf der bayrischen Kugler Alm aus einer Bierknappheit heraus erfundenes Mischgetränk, das aber nach seriöser Geschichtsforschung bereits um 1900 gebräuchlich war und dessen Urheber sehr wahrscheinlich unbekannt bleiben wird. Der Zwettler Radler besteht je zur Hälfte aus Vollbier und herrlich prickelnder Zitronenlimonade und weist nur 2,5 %-Vol. Alkohol auf.

Reifung

Der Produktionsschritt nach der Gärung. In geschlossenen Behältnissen lässt man das untergärige (Hefe) Bier zwischen einem (Märzen- oder Lagerbier) und sechs (Bockbier) Monaten bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt nachgären und reifen. Die Lagerung bewirkt nicht nur sauberere Bieraromen, sondern führt auch zur Anreicherung des Bieres mit der durch die Hefe gebildeten natürlichen Kohlensäure.

Reinheitsgebot

Es gibt eine Reihe von Reinheitsgeboten für Bier. Das berühmteste wurde vom bayrischen Herzog Wilhelm IV. 1516 erlassen und schrieb vor, dass “zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.” Dass ohne die gärende Wirkung von Hefe kein Bier entsteht, war damals noch nicht bekannt. Der Codex Alimentarius Austriacus regelt heute in Österreich die Rohstofffrage genauer: Wasser, Getreide, Hopfen und Hefe sind nach “österreichischem Reinheitsgebot” die einzigen Zutaten, die ein Bier haben darf.