300 Jahre unserer Geschichte

Bis in das Jahr 1708 lässt sich die Geschichte der heutigen Privatbrauerei Zwettl zurückverfolgen. Von dem im Jahr 1708 erstmals erwähnten "Preuer auf der Stiegen" zu Siernau bis zur heutigen Privatbrauerei Zwettl war es ein ereignisreicher Weg, der jedoch stets auf das gleiche Ziel gerichtet war: hin zum guten Bier. Mit der Privatbrauerei der Familie Schwarz wurde Zwettl zur Stadt der großen Biere und die Privatbrauerei trägt die große Geschichte der Braustadt in die neue Zeit.


Um 1780

Fromme Wegbereiter & barocker Unternehmergeist: Die Anfänge der Waldviertler Braukultur

Als 1708 die heutige Privatbrauerei Zwettl gegründet wird, kann die Stadt bereits auf eine beachtliche bierkulturelle Tradition zurückblicken. Zuvorderst ist dies ein Verdienst der Mönche im nahen Zisterzienserstift, die sich damals neben ihrer seelsorgerischen Tätigkeit auch mit großer und demutsvoller Hingabe als Braumeister betätigen. Ab etwa 1500 können sie beim Tischgebet im Refektorium dem Herrn nicht nur für die feinen Weine aus den eigenen Rieden, sondern auch für die würzigen Biere aus der hauseigenen Brauerei Lob und Dank sagen. Dem Vorbild der frommen Patres und Fratres folgen sehr bald auch zahlreiche weltliche Herren, und schon um 1600 findet sich das segensreiche Gewerbe in Form von zahlreichen Haus- und Genossenschaftsbrauereien in der ganzen Region verbreitet. Auch die „Stiegenbrauerei“, mit der die Geschichte der Privatbrauerei Zwettl beginnt, ist ursprünglich eine reine Hausbrauerei, deren Erzeugnisse ausschließlich den Bedarf der zugehörigen Gastwirtschaft deckt. Der erste „Preuer auf der Stiegen“ stellt zwar nur geringe Mengen her, besitzt aber ein Qualitätsbewusstsein, das für damalige Verhältnisse allerdings erstaunlich ist. Bereits 1710 lässt dieser Paul Graf eine Leitung legen, die sein Brauhaus mit quellklarem Wasser versorgt. Die gewiss beträchtliche Investition rechnet sich mehr als gut: Rund 60 Jahre nach der Gründung der „Stiegenbrauerei“ wird ihr Wert auf damals sehr beachtliche 1.500 Gulden geschätzt.


Um 1890

Von der Stiegen- zur Privatbrauerei: Die Ära Schwarz beginnt

1890 erwirbt der aus Bayern ins Waldviertel zugewanderte Brauer Georg Schwarz die Brauerei, die als „Privatbrauerei Zwettl“ heute von seinem Ururenkel Karl Schwarz geführt wird. Georg Schwarz und sein Sohn und Nachfolger Carl treiben die Modernisierung des Unternehmens zügig voran. Meilensteine des technischen Fortschritts sind insbesondere die Elektrifizierung (1897) und der Einsatz von Kühlmaschinen, die ab 1918 die Frische des Biers bewahren. Als Carl Schwarz 1930 die Leitung des Unternehmens seinem Sohn Heinrich übergibt, liegt die Jahresproduktion bei einem neuen Rekordwert von 6.000 Hektoliter. In den folgenden Jahren der globalen Wirtschaftskrise sinkt der jährliche Bierausstoß allerdings kontinuierlich.


Um 1930

Beständigkeit auch in schweren Zeiten: Von 1930 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges

Ab 1930 wird die Brauerei von Heinrich Schwarz geführt, der die dritte Generation der Brauerfamilie in Zwettl verkörpert. Die desaströse Wirtschaftslage hat auch Auswirkungen auf die Privatbrauerei Zwettl. 1936 fällt der Jahresausstoß seit Jahrzehnten erstmals unter die 3.000-Hektoliter-Marke. Trotz der widrigen Umstände gelingt es, die Produktion aufrecht zu erhalten und Arbeitsplätze in der damals noch recht strukturschwachen Region zu sichern. Der hohe technologische Standard mit Elektrifizierung und Kühlanlagen ermöglicht auch in dieser äußerst schwierigen Zeit die Beibehaltung eines hohen Qualitätsstandards, wenn auch die Produktionsmenge kontinuierlich zurückgenommen werden muss. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht die Privatbrauerei Zwettl so wie unzählige andere Unternehmen den größten Herausforderungen gegenüber.


Nach 1945

Aufbruch in die Moderne: Die Überwindung der Mangelwirtschaft zwischen 1945 und 1960

Die ersten Jahre nach dem Krieg sind geprägt von der Überwindung der Mangelwirtschaft. Mit der Verfügbarkeit von ausreichenden Mengen an Hopfen und Braumalz setzt bei der Privatbrauerei Zwettl ein dynamischer Aufschwung ein, der auch von Investitionen in die Brauereitechnik geprägt ist. 1959 übernimmt Karl Schwarz in vierter Generation die Leitung der Brauerei und treibt die Modernisierung und Mechanisierung voran. 

Schon 1960 wird eine vollautomatische Füllanlage in Betrieb genommen, die eine für die damalige Zeit höchst beachtliche Zahl von 500 Flaschen pro Stunde füllen kann. Im Vergleich zu heute nimmt sich dieses Abfülltempo freilich bescheiden aus, denn aktuell laufen in der Privatbrauerei Zwettl bis zu 30.000 Flaschen pro Stunde durch die Füll-, Etikettier- und Verpackungsstraßen.


In den 2000ern

Mit Elan die neue Zeit gestalten: Investitionen für Innovation und Service

In jüngster Vergangenheit wurden die Möglichkeiten der Brauerei erneut erweitert und moderne Logistik- und Abfüllhallen geschaffen. Dank der Investition von 15 Millionen Euro kann die Privatbrauerei Zwettl die technischen und logistischen Prozesse nun noch präziser steuern, spezielle Biere brauen und nicht zuletzt ihren Kunden ein noch besseres Service bieten.

Etwa 100 Mitarbeiter sind am Erfolg der Marke Zwettler beteiligt, und mit diesem Personalstand ist die Privatbrauerei Zwettl einer der größten Arbeitgeber im Wirtschaftsraum Waldviertel.

2008 wurde die Brauerei zum „Niederösterreichischen Familienunternehmen des Jahres“ gekürt.
Im Jahr 2011 wurde die Privatbrauerei Zwettl mit dem Niederösterreichischen Tourismuspreis ausgezeichnet.